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Adele Neuhauser überrascht im ZDF-Zweiteiler: Was macht der „Tatort“-Star plötzlich im Knast?

May 23, 2026  Twila Rosenbaum  2 views
Adele Neuhauser überrascht im ZDF-Zweiteiler: Was macht der „Tatort“-Star plötzlich im Knast?

Seit 15 Jahren verkörpert Adele Neuhauser die coole Ermittlerin Bibi im Wiener „Tatort“. Millionen Zuschauer lieben die resolute Kommissarin, die gemeinsam mit ihrem Partner Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) Verbrecher jagt. Doch Ende des Jahres ist Schluss: Eine letzte Folge wird gedreht, dann geht die Schauspielerin in die Ermittler-Rente. Doch Neuhauser bleibt dem Fernsehen erhalten – und überrascht nun mit einer ganz anderen Rolle. Im ZDF-Zweiteiler „Mama ist die Best(i)e“ (Montag, 20.15 Uhr) spielt sie eine verurteilte Mörderin, die gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Ein Rollentausch, der zeigt, wie wandlungsfähig die 67-jährige Österreicherin ist.

Aus der Ermittlerin wird die Gefangene: Die Handlung von „Mama ist die Best(i)e“

Im Zentrum des Zweiteilers steht Gloria Almeda, gespielt von Adele Neuhauser. Gloria war einst eine steinreiche Society-Lady, die in einem prachtvollen Schloss lebte. Doch dann wurde ihr Ehemann Viktor ermordet – und Gloria wurde verurteilt. Jahre später kehrt sie mit einer elektronischen Fußfessel in ihr eigenes Anwesen zurück. Sie ist fest davon überzeugt, dass sie unschuldig ist. Ihr Verdacht: Der wahre Täter sitzt mitten in ihrer eigenen Familie. Denn Viktor war ein Despot, den wirklich jeder hasste – seine Kinder, Verwandte und das gesamte Umfeld. Jeder hätte ein Motiv gehabt. Gloria beginnt, gnadenlos zu ermitteln, und dabei kommen dunkle Familiengeheimnisse ans Licht.

Der Film ist eine tiefschwarze Komödie, die mit den Mitteln des Krimis spielt. Neuhauser beschreibt ihre Figur als „wunderbar schrullig“. Auf die Frage, was sie an der Rolle reizt, sagt sie: „Für mich ist Gloria in der Vergangenheit eine Bestie und nach ihrer Entlassung aus der Haft hat sie die Chance, die Beste zu werden.“ Diese Ambivalenz – zwischen böse und gut, zwischen Opfer und Täter – macht die Figur so faszinierend. Neuhauser liebt die Herausforderung, auch mal richtig fies zu sein. „Hand aufs Herz: Die Gloria-Charaktereigenschaften sind mir privat fremd. Aber sie regen durchaus meine Fantasie an.“

Ein Film voller Intrigen, Verrat und Geldgier

Der Zweiteiler ist nicht nur ein Krimi, sondern auch eine Studie über toxische Familienbeziehungen. Neuhauser bringt es auf den Punkt: „Intrigen, Verrat, Geldgier – ein toxischer Mix.“ Der Film erinnert an das bekannte Krimi-Spiel „Cluedo“, bei dem jeder der Mörder sein könnte. Die Spannung entsteht nicht aus der Jagd nach einem unbekannten Täter, sondern aus der Frage, wer in dieser zerrütteten Familie die Wahrheit sagt. Neuhauser ergänzt: „Alles zusammen ergibt einen erschreckenden Mix aus Lüge und Grausamkeit. Wirklich jeder könnte der Mörder sein. Das macht diesen Zweiteiler mit Starbesetzung auch so spannend.“

Neben Adele Neuhauser sind in dem Film unter anderem Edita Malovčić und Lara Mandoki zu sehen, die ebenfalls starke Frauenfiguren spielen. Die Besetzung ist ein Garant für hohe schauspielerische Qualität. Der Film verspricht, die Zuschauer von der ersten Minute an zu fesseln.

Neuhausers Abschied vom „Tatort“ und ihre Zukunftspläne

Der Zweiteiler kommt genau zur richtigen Zeit, denn Neuhauser bereitet sich auf ihren Abschied vom „Tatort“ vor. Die letzte Folge mit ihr und Harald Krassnitzer wird Ende des Jahres ausgestrahlt. Die Entscheidung, den „Tatort“ zu verlassen, traf die Schauspielerin aus freien Stücken. Sie möchte sich neuen Herausforderungen widmen und mehr Zeit für ihre Familie haben. Besonders ihre Rolle als Oma zweier Enkelkinder steht künftig ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. „Nach dem freiwilligen ‚Tatort‘-Ende habe ich künftig mehr Zeit für die Dinge, die wirklich zählen“, sagt Neuhauser im Gespräch mit BILD.

Doch das bedeutet nicht, dass sie sich aus der Schauspielerei zurückzieht. Im Gegenteil: Sie sucht aktiv nach interessanten Rollen, die sie fordern. Die Rolle der Gloria Almeda ist ein Beispiel dafür. Neuhauser möchte künftig öfter „irre Rollen“ spielen, wie sie es nennt. Sie hat Lust auf Experimente und darauf, ihr Repertoire zu erweitern. Nach 15 Jahren als Ermittlerin ist sie bereit für neue Facetten.

Was würde Adele Neuhauser mit ins Gefängnis nehmen?

Im Rahmen der Pressearbeit stellte sich Neuhauser auch der Frage, was sie selbst mit in den Knast nehmen würde, wenn sie eine Haftstrafe verbüßen müsste. Ihre Antwort ist überraschend konkret: „Das Buch von Dimitré Dinev, ‚Zeit der Mutigen‘.“ Ein Bestseller, der sich mit der Kernfrage beschäftigt: Was macht den Menschen aus? Wie durchlebt und übersteht er Jahre der Unterdrückung und Gewalt? Neuhauser weiter: „Dazu ein angenehmer Pyjama und einen guten Polster.“ Polster ist das österreichische Wort für Kissen. Klingt gemütlich, aber auch nachdenklich. Die Wahl des Buches zeigt, dass Neuhauser auch in ihrer fiktiven Rolle als Gloria eine tiefe Reflexion über das Leben und die menschliche Natur sucht.

Dieser Einblick in ihre Persönlichkeit macht deutlich, dass Neuhauser mehr ist als nur eine Schauspielerin. Sie ist eine Denkerin, die ihre Rollen mit Bedacht wählt und sich auch mit den schweren Themen des Lebens auseinandersetzt.

Hintergrund: Die Karriere von Adele Neuhauser

Adele Neuhauser wurde 1959 in Athen geboren, wuchs aber in Wien auf. Ihre Schauspielkarriere begann in den 1980er Jahren. Sie spielte an verschiedenen Theatern, darunter das Wiener Burgtheater, und war in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Bekannt wurde sie einem breiten Publikum jedoch erst durch den „Tatort“. Seit 2009 ermittelt sie als Bibi Fellner gemeinsam mit Harald Krassnitzer als Moritz Eisner in Wien. Die Folgen erfreuen sich großer Beliebtheit und haben der Schauspielerin viele Auszeichnungen eingebracht, darunter den Deutschen Fernsehpreis und die Romy.

Neuhauser ist bekannt für ihre markante Stimme und ihre authentische Darstellung. Sie gilt als eine der profiliertesten Schauspielerinnen Österreichs. Neben dem „Tatort“ war sie auch in Komödien, Dramen und Literaturverfilmungen zu sehen. Ihr Markenzeichen ist die Mischung aus Eleganz und Bodenständigkeit. Sie scheut sich nicht, auch unangenehme Rollen zu übernehmen. Der ZDF-Zweiteiler „Mama ist die Best(i)e“ ist ein weiterer Beweis für ihre Vielseitigkeit.

Die schwarze Komödie ist nicht nur für Neuhauser ein Neuland, sondern auch für das ZDF. Der Sender zeigt sich in den letzten Jahren experimentierfreudig und bringt immer wieder ungewöhnliche Formate. Der Zweiteiler ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Humor und Gesellschaftskritik. Die Geschichte von Gloria Almeda ist eine Parabel auf die Mechanismen von Macht und Geld in einer Familie. Sie zeigt, wie schnell aus einer vermeintlich perfekten Welt ein Albtraum werden kann.

Die Resonanz auf den Film ist positiv. Kritiker loben Neuhausers schauspielerische Leistung und die spannende Handlung. Der Film ist ein Muss für alle Fans des Wiener „Tatorts“ und für alle, die schwarzen Humor und komplexe Familiengeschichten mögen.

Insgesamt bietet der Zweiteiler Unterhaltung auf hohem Niveau. Adele Neuhauser beweist einmal mehr, dass sie zu den besten Schauspielerinnen des Landes gehört. Ihr Abschied vom „Tatort“ ist betrüblich, aber ihre Zukunft verspricht noch viele spannende Rollen. „Mama ist die Best(i)e“ ist ein würdiger Auftakt für das neue Kapitel ihrer Karriere.


Source: bild.de News


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