Am 31. Mai 2026 (Sonntag) zeigte Pro7 den Actionthriller The Equalizer 2 von Regisseur Antoine Fuqua. Die Ausstrahlung erfolgte um 01:25 Uhr – eine späte Sendezeit, die viele Zuschauer verpasst haben dürften. Wer den Film nicht rechtzeitig einschalten konnte, hat jedoch Glück: Pro7 stellt den Spielfilm in der hauseigenen Mediathek als Video-on-Demand zur Verfügung. Eine erneute Ausstrahlung im klassischen Fernsehen ist vorerst nicht geplant.
Darum geht es in The Equalizer 2
Robert McCall (Denzel Washington) war einst ein hochdekorierter CIA-Elite-Agent. Nach dem Ende seiner Karriere lebt er zurückgezogen in Boston und verdient seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer. Obwohl er versucht, ein ruhiges Leben zu führen, bringt ihn die Ermordung seiner ehemaligen Kollegin Susan Plummer (Melissa Leo) zurück in die Welt der Gewalt und Intrigen. McCall erfährt, dass Susan in einem belgischen Hotel getötet wurde – ein angeblicher Raubüberfall, doch die Umstände sind fragwürdig. Zudem stellt sich heraus, dass Beweise vertuscht und Zusammenhänge verschleiert werden.
Der ehemalige Agent beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und stößt auf ein Netz aus Korruption, Geheimnissen und einem mörderischen Komplott. Er findet heraus, dass ein Profikiller auf Susan angesetzt worden war – offenbar wusste sie etwas, das sie nicht hätte wissen dürfen. McCall folgt den Spuren quer durch Europa, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei nutzt er all seine Fähigkeiten, die ihm einst an der Spitze des US-Geheimdienstes auszeichneten.
Der Film ist eine direkte Fortsetzung des 2014 erschienenen ersten Equalizer-Films, der ebenfalls von Antoine Fuqua inszeniert und von Denzel Washington getragen wurde. Während der erste Teil noch auf der gleichnamigen Fernsehserie der 1980er Jahre basierte, entwickelte Drehbuchautor Richard Wenk für den zweiten Teil eine eigenständige Handlung, die tiefer in McCalls Vergangenheit eintaucht. Der Actionthriller besticht durch intensive Kampfchoreographien, eine düstere Atmosphäre und Washingtones ausdrucksstarkes Spiel.
Besetzung und Charaktere
- Denzel Washington als Robert McCall – der ehemalige CIA-Agent, der für Gerechtigkeit kämpft.
- Pedro Pascal als Dave York – ein ehemaliger Kollege McCalls, der in die Verschwörung verwickelt ist.
- Bill Pullman als Brian Plummer – Susans Ehemann, der die Aufklärung ihres Todes vorantreibt.
- Melissa Leo als Susan Plummer – McCalls Vertraute, deren Ermordung die Handlung auslöst.
- Ashton Sanders als Miles Whittaker – ein junger Künstler, der McCall unerwartet zur Seite steht.
- Jonathan Scarfe als Resnik – ein skrupelloser Auftragsmörder.
- Sakina Jaffrey als Detektivin Grace – eine Polizistin, die McCall auf den Fersen ist.
- Donald Cerrone als Hendricks – ein weiterer Handlanger der Verschwörer.
- Caroline Day und Lexie Roth in kleineren Rollen.
Die Chemie zwischen den Darstellern, insbesondere zwischen Washington und Pascal, verleiht dem Film zusätzliche Spannung. Pedro Pascal, der später durch Serien wie The Mandalorian und The Last of Us weltbekannt wurde, spielt hier einen ambivalenten Gegenspieler, der moralische Grauzonen auslotet. Bill Pullman und Melissa Leo bringen als trauerndes Ehepaar eine emotionale Tiefe in die Geschichte.
Regie und Produktion
Antoine Fuqua, bekannt für Filme wie Training Day (2001), Der Staatsfeind Nr. 1 (2000) und Magnificent Seven (2016), inszenierte den Film mit gewohntem Gespür für Action und Charakterstudien. Fuqua und Washington arbeiten seit Training Day immer wieder zusammen – eine der fruchtbarsten Regie-Schauspieler-Kombinationen der letzten Jahrzehnte. Für The Equalizer 2 kehrte auch Kameramann Oliver Wood (The Bourne Identity, Die Tribute von Panem) zurück, der mit extremen Kameraeinstellungen und düsterer Beleuchtung eine beklemmende Stimmung erzeugt. Die Filmmusik von Harry Gregson-Williams (Gladiator, Shrek) unterstreicht die bedrohliche Grundtonlage und treibt die Actionszenen voran. Das Budget lag bei rund 62 Millionen US-Dollar, was für einen Actionfilm mit Denzel Washington als Zugpferd üblich ist.
Der Equalizer als Filmreihe und ihr Vorbild
Die Equalizer-Filme basieren lose auf der gleichnamigen Fernsehserie aus den Jahren 1985 bis 1989, in der Edward Woodward den pensionierten Geheimagenten Robert McCall spielte. Die Serie war bekannt für ihren moralischen Anspruch: McCall half Hilfsbedürftigen, die sich nicht anders zu helfen wussten – ein Konzept, das auch die Filme aufgreifen. Fuqua modernisierte die Figur und verlegte das Geschehen in die Gegenwart. Während der erste Equalizer noch recht nah an der Serienstruktur blieb (Episoden mit Einzelfällen), webte der zweite Teil einen durchgehenden Handlungsstrang um Verrat und persönliche Rache. Die Action wurde rauer, die Gewalt expliziter – durchaus kontrovers, aber dem Genre geschuldet. Ein dritter Equalizer-Film ist bereits in Planung, allerdings ohne die Beteiligung von Antoine Fuqua; Denzel Washington wird voraussichtlich zurückkehren.
Kritiken und Einspielergebnisse
The Equalizer 2 startete im Juli 2018 in den USA und weltweit. Das Einspielergebnis belief sich auf rund 190 Millionen US-Dollar – eine solide Summe, die die Erwartungen erfüllte. Die Filmkritik fiel jedoch gemischt aus: Während das Zusammenspiel von Washington und Pascal gelobt wurde, kritisierten einige Rezensenten die vorhersehbare Handlung und die überzeichnete Brutalität. Auf Rotten Tomatoes erhielt der Film eine Bewertung von 52 Prozent, bei Publikumswertungen hingegen 67 Prozent – ein Zeichen dafür, dass er bei den Zuschauern gut ankam. Die deutsche Filmkritik zeigte sich ähnlich gespalten; die Frankfurter Allgemeine Zeitung etwa bezeichnete den Film als „effizienten Rachethriller mit bemerkenswerter Hauptfigur“, während die Süddeutsche Zeitung auf die allzu bekannten Klischees hinwies.
Denzel Washington und das Actiongenre
Denzel Washington ist einer der wenigen afroamerikanischen Schauspieler, die sowohl für dramatische Rollen (Malcolm X, Philadelphia) als auch für Actionfilme (Man on Fire, The Equalizer) gleichermaßen verehrt werden. Seine körperliche Präsenz und sein intensiver Blick machen ihn auch jenseits der 60 zu einem glaubwürdigen Actionhelden. Fuqua nutzt diese Stärke, indem er Washington oft in Nahaufnahmen zeigt, die seine Mimik und innere Zerrissenheit einfangen. The Equalizer 2 demonstriert zudem, dass Washington bereit ist, für seine Rollen hart zu trainieren: Die Kampfszenen, die auf dem Prinzip des Krav Maga basieren, führte er weitgehend selbst aus. Dies verleiht den Auseinandersetzungen eine Authentizität, die sonst oft durch schnelle Schnitte verloren geht.
Die Gleichzeitigkeit von Gewalt und Melancholie – McCalls Einsamkeit, sein Pflichtgefühl und seine Trauer – veredeln den Film über das reine Actionkino hinaus. In einer Szene etwa besucht McCall eine Kunstgalerie, in der Miles (Ashton Sanders) seine Werke ausstellt. Dieses ruhige Moment kontrastiert mit den brutalen Kämpfen und zeigt, dass McCall trotz seines Lebens als Rächer noch Menschlichkeit bewahrt hat.
Stream und Verfügbarkeit
Wer die Ausstrahlung verpasst hat, kann The Equalizer 2 in der Pro7-Mediathek abrufen. Dort steht der Film für einen begrenzten Zeitraum kostenlos zur Verfügung – in der Regel sieben bis dreißig Tage nach der TV-Ausstrahlung. Der Film wird in HD und mit deutschen Untertiteln angeboten. Darüber hinaus ist der Titel über verschiedene Streaming-Plattformen wie Amazon Prime Video, Google Play oder iTunes käuflich oder leihweise erhältlich. Auf DVD und Blu-ray ist der Film ebenfalls im Handel. Fans der Reihe können zudem den ersten Equalizer (2014) und den dritten Teil (2023) streamen, der bereits in den Kinos lief und seit 2024 auf Disney+ verfügbar ist.
Abschließend lässt sich sagen, dass The Equalizer 2 ein solider Actionthriller ist, der vor allem durch Denzel Washingtons Leistung und die Inszenierung von Antoine Fuqua überzeugt. Die Handlung mag zwar nicht neu sein, aber die packende Atmosphäre und die handgemachten Stunts machen den Film zu einem unterhaltsamen Erlebnis für Fans harter Action. Die Möglichkeit, den Film in der Pro7-Mediathek nachträglich zu sehen, gibt Zuschauern eine zweite Chance, dieses moderne Rachedrama zu genießen.
Source: Spielfilm.de News