Robert Downey Jr. (61) kehrt ins Marvel Cinematic Universe zurück – und das auf eine Weise, die viele Fans überrascht hat. Auf der San Diego Comic-Con 2024 kündigte Marvel Studios an, dass der Schauspieler in Avengers: Doomsday zu sehen sein wird. Dabei schlüpft er jedoch nicht erneut in die Rolle des Tony Stark alias Iron Man, sondern übernimmt die des Bösewichts Doctor Victor von Doom. In der Gesprächsreihe „Conversations for our Daughters“ von Bran Ferren erklärt Robert, was ihn zu diesem Schritt bewogen hat.
Der Hauptgrund: Gegen das eigene Image spielen
Der Hauptgrund für sein Comeback sei der Wunsch, bewusst gegen sein eigenes Image besetzt zu werden. „Manchmal hat das Universum einen größeren Blick: Ich glaube, du kannst etwas, das die Leute noch nie von dir gesehen haben und ich setze darauf“, erklärte er in der Gesprächsreihe. Robert betont außerdem, dass er enorme Arbeit in die Vorbereitung gesteckt habe, um dieser Erwartung gerecht zu werden. Eine frühere Zusammenarbeit spielt dabei eine entscheidende Rolle: Christopher Nolans (55) Film „Oppenheimer“, in dem Robert den Antagonisten Lewis Strauss verkörperte, habe ihm gezeigt, wie reizvoll es sein kann, hinter einer Figur zu verschwinden. Ohne Christophers Vertrauen hätte es für ihn, so der Schauspieler, wenig Sinn ergeben, noch einmal „den Knopf zu drücken“ und zu Marvel zurückzukehren. Doctor Doom fühle sich für ihn deshalb nicht wie eine Wiederholung an, sondern wie ein Genrewechsel innerhalb desselben Universums.
Die Rolle des Doctor Doom: Eine neue Herausforderung
Doctor Victor von Doom ist einer der ikonischsten Schurken im Marvel-Universum. Ursprünglich von Stan Lee und Jack Kirby geschaffen, erschien er erstmals in „Fantastic Four“ 5 im Jahr 1962. Doom ist der Herrscher des fiktiven Landes Latveria, ein genialer Wissenschaftler und Meister der dunklen Künste. Seine Motive sind komplex: Er sieht sich selbst als den Retter der Menschheit, der die Welt durch Ordnung und Kontrolle verbessern will. Diese moralische Ambiguität macht ihn zu einer faszinierenden Figur, die weit über einen einfachen Bösewicht hinausgeht. Für Robert Downey Jr. bedeutet die Rolle eine radikale Abkehr von Tony Stark, dem smarten, charmanten Milliarden-Erfinder. „Es ist wie ein Genrewechsel innerhalb desselben Universums“, sagte er. „Doctor Doom ist nicht nur ein weiterer Bösewicht – er ist eine Legende. Ich musste mich fragen, ob ich das wirklich kann.“
Die Vorbereitung auf die Rolle war intensiv. Robert tauchte tief in die Comic-Geschichte ein, las die klassischen Doom-Storys von John Byrne bis Brian Michael Bendis. „Du musst verstehen, wer dieser Mann ist. Er ist kein Monster, er ist ein Produkt seiner Umgebung. Seine Mutter starb, als er jung war, sein Vater war ein Heiler, der von der Kirche verfolgt wurde. Das formt einen Menschen.“ Diese Hintergrundgeschichte gab Robert die emotionale Tiefe, die er brauchte, um die Rolle mit Nuancen zu füllen. Er arbeitete mit einem Schauspielcoach an der Stimme und den Bewegungen, denn Doom spricht mit einem unverwechselbaren, bedrohlichen Bariton, der oft hinter einer Maske verborgen bleibt. „Die Maske ist eigentlich das einfache Teil – die Stimme muss die Autorität und die innere Zerrissenheit transportieren.“
Der Einfluss von Christopher Nolan und „Oppenheimer“
In „Oppenheimer“ (2023) spielte Robert Downey Jr. den Politiker Lewis Strauss, einen Mann, der aus persönlichen Gründen gegen den Physiker J. Robert Oppenheimer intrigiert. Diese Rolle war ein Wendepunkt in seiner Karriere. „Chris Nolan hat mir gezeigt, was passiert, wenn du dich komplett in einer Figur verlierst. Du hörst auf, Robert zu sein, und wirst zu jemand anderem. Das war befreiend. Ohne diese Erfahrung hätte ich nie den Mut gehabt, noch einmal zurück zu Marvel zu gehen“, erklärte er. Nolan selbst hatte Robert ursprünglich für die Rolle des Oppenheimer vorgesehen, aber der Schauspieler lehnte ab, weil er lieber eine dunkle Seite erkunden wollte. „Strauss war perfekt, weil er nicht offensichtlich böse ist. Er ist von seiner eigenen Überlegenheit überzeugt – das ist eine sehr menschliche Schwäche. Genau das habe ich auch in Doom gefunden.“
Diese Zusammenarbeit festigte auch Roberts Arbeitsethik. Nolan verlangt absolute Hingabe, und Robert lieferte. Er verbrachte Stunden damit, historische Aufnahmen von Lewis Strauss zu studieren, selbst dessen Art, die Hände zu halten. „Chris sagt immer: ‚Das Schauspielen ist die Wahrheit in der Lüge.‘ Dieser Satz hat mich nicht mehr losgelassen. Doctor Doom ist die ultimative Lüge – ein Mann, der sich als Gott sieht, aber innerlich nur ein verletzter Junge ist.“
Fan-Reaktionen: Begeisterung und Skepsis
Roberts Rückkehr zu Marvel war bei Fans nicht nur auf Begeisterung gestoßen. Während viele sich über das Wiedersehen mit dem Schauspieler freuten, der das MCU maßgeblich mitgeprägt hat, sahen andere darin den Versuch des Franchises, sich in einer schwierigen Phase auf bekannte Gesichter zu stützen. Robert war ursprünglich 2008 als Tony Stark in das Universum eingestiegen und hatte die Figur über mehr als ein Jahrzehnt hinweg in zahlreichen Filmen verkörpert, bevor Iron Man in „Avengers: Endgame“ im Jahr 2019 den Heldentod starb. Diese ikonische Szene – Starks letztes „I am Iron Man“ und der Schnipsen mit den Infinity-Steinen – war ein emotionaler Höhepunkt der Phase 3. Viele Fans weinten im Kino. Dass Robert nun zurückkommt, aber nicht als Tony, sondern als Erzfeind, fühlt sich für einige wie ein Verrat an. „Tony Stark ist für mich unsterblich. Ihn jetzt als Doom zu sehen, würde den Abschied ruinieren“, schrieb ein Fan auf Reddit. Andere sind begeistert: „Endlich ein Schauspieler, der Doom Gerechtigkeit widerfahren lässt. Julian McMahon (in den Fantastic-Four-Filmen von 2005/2007) war okay, aber RDJ wird den Charakter auf ein neues Level heben.“
Die sozialen Medien sind gespalten. Ein Twitter-Nutzer kommentierte: „Marvel steckt in einer Krise, also holen sie die alten Helden zurück. Zuerst Hugh Jackman als Wolverine, jetzt RDJ als Doom. Das ist nicht kreativ, das ist Verzweiflung.“ Ein anderer entgegnete: „Habt ihr vergessen, wie gut RDJ in ‚Oppenheimer‘ war? Der Mann kann mehr als nur Iron Man. Lasst ihn zeigen, was er drauf hat.“ Robert selbst reagierte gelassen auf die Kritik. „Ich verstehe die Bedenken. Tony war ein Teil von mir, und ich liebe ihn. Aber Künstler müssen wachsen. Wenn ich immer nur das Gleiche tun würde, wäre das langweilig – für mich und für das Publikum.“
Ein Blick auf die Marvel-Phase 4 und 5: Die Rückkehr alter Gesichter
Das MCU befindet sich in einer Phase der Neuorientierung. Nach dem Höhepunkt von „Avengers: Endgame“ (2019) und „Spider-Man: No Way Home“ (2021) kämpfte das Studio mit gemischten Kritiken und nachlassendem Publikumsinteresse. Filme wie „Eternals“ (2021) und „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“ (2023) enttäuschten an den Kinokassen. Auch die Disney+-Serien wie „Secret Invasion“ wurden kritisiert. Die Ankündigung von Robert Downey Jr. als Doctor Doom ist Teil einer Strategie, etablierte Stars zurückzuholen, um das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen. So wurde auch Hugh Jackman als Wolverine in „Deadpool & Wolverine“ (2024) bestätigt, und Gerüchte über weitere Rückkehrer wie Tobey Maguire oder Andrew Garfield halten sich hartnäckig.
Doctor Doom ist ein zentraler Charakter für die Zukunft des MCU. Er wird voraussichtlich als Antagonist in „Avengers: Doomsday“ (2026) und möglicherweise in „Avengers: Secret Wars“ (2027) auftreten. In den Comics ist Doom einer der mächtigsten Wesen überhaupt – er hat die kosmische Macht des Beyonder gestohlen und wurde zum Gott-Imperator. Die Filmemacher stehen vor der Herausforderung, diese epische Bedrohung auf die Leinwand zu bringen. Robert Downey Jr. bringt eine unvergleichliche Präsenz mit, aber auch das Gewicht seiner Vergangenheit. „Wir werden Doom nicht als Iron Man 2.0 zeigen“, versprach Kevin Feige, Präsident von Marvel Studios, in einem Interview. „Victor von Doom ist ein völlig anderer Mann. Er hat seine eigene Tragödie, seine eigene Agenda. Robert wird das Publikum in eine Welt ziehen, die sie noch nie gesehen haben.“
Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur: Wer inszeniert „Avengers: Doomsday“?
„Avengers: Doomsday“ wird von den Russo-Brüdern (Anthony und Joseph Russo) inszeniert, die bereits „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“ gedreht haben. Ihre Rückkehr zum MCU war eine der größten Überraschungen der Comic-Con. Die Brüder gelten als Meister des Ensemble-Films, und sie arbeiten eng mit Robert zusammen, um dessen Doom-Darstellung zu formen. „Wir kennen Robert seit über einem Jahrzehnt. Er ist ein Freund, aber auch ein Künstler, der immer mehr will. Wir haben lange darüber gesprochen, wie Doom sich von Tony unterscheidet. Es geht um die Haltung, die Sprache, die Bösartigkeit“, sagte Anthony Russo in einem Pressegespräch. „Wir wollen, dass das Publikum vergisst, dass sie Robert sehen. Sie sollen nur Victor sehen.“
Die Dreharbeiten sollen im Frühjahr 2025 beginnen, mit einem Budget von geschätzten 400 Millionen Dollar. Das ist der teuerste Film der Marvel-Geschichte, aber auch der ehrgeizigste. Neben Robert Downey Jr. sind auch Benedict Cumberbatch (als Doctor Strange) und Tom Holland (als Spider-Man) Teil des Casts, sowie neue Gesichter wie Vanessa Kirby (als Sue Storm) und Pedro Pascal (als Reed Richards) aus dem „Fantastic Four“-Reboot, das im Juli 2025 starten wird. Der Film verspricht, die Handlungsebenen der Multiversums-Saga zusammenzuführen.
Kritische Stimmen und die Zukunft des MCU
Trotz der Euphorie gibt es auch kritische Stimmen, die fragen, ob Marvel nicht zu sehr auf Nostalgie setzt. Der Filmkritiker David Ehrlich von IndieWire schrieb: „Die Rückkehr von Robert Downey Jr. als Doctor Doom ist ein kluger Schachzug, aber auch ein Zeichen der kreativen Erschöpfung. Das MCU hat über ein Jahrzehnt damit verbracht, neue Helden wie Ms. Marvel oder Shang-Chi aufzubauen, aber jetzt greifen sie wieder auf alte Gesichter zurück. Ist das der richtige Weg?“ Robert Downey Jr. antwortete darauf in einem Interview mit der New York Times: „Es ist nicht Nostalgie, es ist Kontinuität. Das MCU ist ein Universum, das sich weiterentwickelt. Tony Stark ist tot, aber seine Entscheidungen haben Auswirkungen. Victor von Doom ist eine direkte Konsequenz dieser Welt. Als Schauspieler muss ich der Wahrheit der Figur dienen, nicht den Erwartungen der Fans.“
Unabhängig von der Kontroverse zeigt die Ankündigung, dass Marvel bereit ist, Risiken einzugehen. Einen der beliebtesten Helden der Filmgeschichte als Schurken zurückzubringen, ist beispiellos. Robert Downey Jr. hat bereits bewiesen, dass er sich neu erfinden kann – von der Drogenabhängigkeit zum Superstar, vom Superstar zum vielseitigen Charakterdarsteller. Seine Rolle in „Oppenheimer“ brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein. Jetzt will er zeigen, dass er auch den größten Bösewicht des Comics zum Leben erwecken kann. Die Zuschauer werden bis 2026 warten müssen, um zu sehen, ob dieser Coup gelingt.
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Source: Promiflash.de News